Unser geraubtes Leben

 

Diese Seiten ergänzen das Buch UNSER GERAUBTES LEBEN. Sie geben Einblicke in das Leben der Menschen unter dem Einfluß des Laienpredigers Paul Schäfer.
Wer 1948-1961 dem Päderasten und Jugendpfleger Paul Schäfer verfiel, wer 1961 folgte, als Schäfer -wegen Kindesmißbrauch angezeigt- nach Chile flüchtete, und wer dort mithalf, die Sektensiedlung Colonia Dignidad" aufzubauen, lebte isoliert in einem Lager, wo einzig das Wort Schäfers galt.
Ob sie es wußten oder nicht alle in dieser fast autarken Kolonie hatten teil an Verbrechen, als Schäfer seine Kolonie ab 1973 dem Militärdiktator
Pinochet und dem Geheimdienst DINA zum Foltern und Ermorden von Regimegegnern öffnete. Die meisten Sektenanhänger waren Arbeitssklaven, einige wurden zu Folterern. Sie glaubten Gott zu dienen und den Kommunismus abzuwehren. Ihre Erinnerungen unterscheiden sich dramatisch voneinander. Diese Seiten möchten Betroffene unterstützen, ihre Erinnerungen zusammenzufügen, vielleicht auch zu korrigieren.

 

AKTUELLES:

Hoffnungen, die sich erfüllen?

 Anfang Februar habe ich hier von meiner Hoffnung geschrieben, dass viele den Film "Colonia Dignidad -- Es gibt kein Zurück" sehen und Regisseur Florian Gallenberger die Verbrechen der Colonia Dignidad so einer großen Öffentlichkeit bekannt machen kann. Denn es gibt noch viele Fragen, unaufgeklärte Morde und offene Rechnungen, schrieb ich und fragte: Warum nicht Außenminister Frank-Walter Steinmeier zu einer Aufführung des Films einladen? Zwar ist er nicht verantwortlich für Taten und Versäumnisse des Auswärtigen Amts und der deutschen Botschaft in Chile unter seinen Vorgängern, aber er könnte aufräumen.

 

Nun kommt es so, aber umgekehrt: Frank-Walter Steinmeier lädt ins Auswärtige Amt (AA) zur Filmvorführung und zu einem Vortrag, in dem er die Aufarbeitung der Verwicklung deutscher Politiker in die Geschichte der Colonia Dignidad ankündigt. Am 9. April erscheint diese Meldung im SPIEGEL (Heft 15, S. 22), der Diskussions- und Filmabend im AA findet am 26. April statt.

Viele haben daran mitgearbeitet, dass sich etwas verändert, zu viele, um sie hier aufzuführen. Aber dass es jetzt geschieht, verdanken wir sicher auch dem Film von Florian Gallenberger. Als ich ihn heute telefonisch erreichte, um ihm zu seinem Anteil an diesem politischen Erfolg zu gratulieren, war er gerade auf dem Weg zum Bundespräsidenten.

Es bleibt spannend.

Ulla Fröhling.

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Am 18. Februar startete der Film "Colonia Dignidad -- Es gibt kein Zurück". Schauplatz: die Colonia Dignidad in Chile 1973/4. (Kritik siehe Archivseiten) Der spannende Film von Florian Gallenberger und Benjamin Herrmann macht die deutschen Medien auf einen dunklen Fleck in der deutschen Geschichte aufmerksam. Hoffentlich nachhaltig.

 

Hier Links zu Beiträgen:

 

Westart: 

Titel, Thesen, Temperamente:

Planet Wissen: Colonia Dignidad -- Gefangen in einer Sekte

Letzte Änderung am 09.04.2016 um 08:58 Uhr.

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